Info Quickie - Objektive

Du hast also Deine neue Kamera in der Hand und fragst dich, was sind das eigentlich für Zahlen, die da vorn am Objektiv draufstehen?

Und was bedeuten diese eigentlich für die Fotos, die ich mache?


Das ist zum glück alles halb so wild. Aber mal der Reihe nach an Hand eines Beispielobjektives:


  • Die Angabe "16-55mm"  gibt die Brennweite an. Diese bestimmt zusammen mit der Grösse des Sensors den Bildwinkel. Also umgangssprachlich gesagt, den Blickwinkel. Je höher die Brennweite, desto geringer wird der Bildwinkel und um so grösser erscheinen weiter entfernte Objekte. Ist bei der Angabe hier nur eine Zahl zu finden, so handelt es sich um eine sogenannte Festbrennweite. Der Bildwinkel ist hier also immer vorgegeben, und um etwas im Bild größer oder kleiner werden zu lassen muss man auf den "Fußzoom" zurückgreifen.
  • Die Angabe 1:2.8 (oft auch f/2.8 oder f/2.8-4) gibt das Verhältnis der Blendenöffnung zur Brennweite an. Generell gilt, je kleiner diese Zahl, umso lichtstärker ist das Objektiv. Bei StandardZooms & Kit-Objektiven, welche der Kamera oft beiligen (XF-18-55m f/2.8-4.0) ist dieser Wert oft kein Fixert, sondern gibt einen Bereich an. Hier gilt der kleinste Wert für die kürzeste Brennweite des Objektives (In diesem Fall 18mm bei f2.8 bis 55mm bei f4.0) und der grösste Wert für die längste Brennweite des Objektives.
  • Oft findet man noch die Angabe des Filterdurchmessers in mm auf dem Objektiv, Dieser gibt an, ob und welche Schraubfilter (Pol, ND, UV) auf das Objektiv passen
  • Alle anderen Angaben sind herstellerspezifisch und zeigen technische Besonderheiten des Objektives auf R=Blendenring am Objektiv, zum Beispiel und WR steht in diesem Fall für "Weather Resistant"
  • Festbrennweiten haben oftmals sehr große Offenblenden und gelten daher als besonders Lichtstark und werden oft als "Bokeh"Monster bezeichnet. (Bokeh ist ein Fachausdruck, der den unscharfen Hintergrund bereich auf einem Foto beschreibt)

Und wie wirkt sich das nun auf unsere Fotos aus?


nun einfach erklärt:
  • Blende bestimmt wieviel Licht ins Objejtiv und somit auf den Sensor gelangt. Ist vor allem bei Verwendung von Blitzen oder schlechteren Lichtverhältnissen sehr relevant. Die Blende steuert aber auch die Tiefenschärfe. Je weiter geöffnet die Blende (=> kleine f/Zahl) ist, um so geringer wird der schärfe Bereich, und man kann so Motive besonders gut freistellen, oder umgekehrt mit einer kleinen Blende (=> große f/Zahl) möglichst viel Schärfe in die Tiefe erzeugen. Die Tiefenschärfe hängt auch direkt mit der Brennweite zusammen.
  • Brennweite bestimmt den Bildwinkel und zusammen mit der Blende auch den Schärfebereich. Bei einer kurzen Brennweite mit hoher Blende wird die Schärfentiefe höher, bei grosser Brennweite und geringer Brennweite nimmt sie wieder ab. Dieser Effekt lässt sich nutzen, um zum Beispiel ein Motiv freizustellen, in dem man den Hintergrund unscharf bekommt. Kurz gesagt gilt hier: Je kürzer die Brennweite, desto mehr bekommt man aufs Bild, aber auch die Verzeichnungen nehmen stark zu. Je länger die Brennweite, desto kleiner wird der Ausschnitt der auf den Sensor projeziert wird. Man bekommt also mit zunehmender Brennweite weniger aufs Bild, das dafür dann um so größer, da die Fläche (Sensor) auf die das Bild projeziert wird sich ja nicht ändert.


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